Positiv und Negativ

In meinem geliebten Skizzenbuch habe ich manchmal Skizzen auf der Rückseite des Blattes teilweise abgepauscht und dann eine Idee in zwei Richtungen weiter entwickelt. Als das Buch ein Bad in Textil-Erfrischer nahm, bluteten einige der verwendeten Farben aus und vermischten die verschiedenen Varianten wieder miteinander. Wie zum Beispiel hier:

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Oben seht Ihr das “Original”, gezeichnet mit Bleistift und Filzstift, in’s Negativ verkehrt mit GIMP. Und so sieht die Rückseite des Blattes aus:

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Gezeichnet mit Bleistift und Kugelschreiber. Der Filzstift der ersten Skizze wurde durch die Seifenlauge in ein hübsches Orange zerlegt.

Ich hoffe, Ihr hattet alle einen schönen 1. Mai!


Serious Business.

Ich kann ja auch anders. Und deshalb findet Ihr im aktuellen “RUB Kultur”, dem Kulturmagazin der Ruhr-Universität Bochum, meinen Artikel “Kunst in Bewegung” und das dazu gehörende Interview mit Franz Erhard Walther. Darin geht es um eine Ausstellung partizipativer Kunst im Kubus der Situation Kunst. Das pdf des Magazins findet Ihr hier.


Pas de Deux II

Die Winter werden länger

Die Jahre immer kürzer

Doch Du bist da und machst mir Tee


Wie heißt es so schön? You know who you are.


Protestantische Arbeitsethik

Es gibt gute Gründe

um etwas zu tun:

Hunger

Langeweile

Gier

Mitgefühl

und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit


Es gibt schlechte Gründe, um etwas zu tun:

Wut

Geltungssucht

Langeweile

Gier

Angst

Und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit


Ich möchte

einen Grund haben

Für alles, was ich tue


Ehrgeiz

ist keiner.


Heimatgefühle

Weiß wie der Schnee

Wenn er denn fällt

Grün wie die Felder, wie das Hoffen auf morgen

 

Schwarz wie Schiefer

Wie die Wälder bei Nacht

Grau wie der Regen, der immerzu fällt

 

So ist mein Zuhause. Es ist wunderschön. Wo auch immer Ihr gerade seid, ich wünsche Euch einen wunderbaren Silvesterabend und vor allem ein frohes neues Jahr!


Seefahrer

Herz flattert im Sturm

Meine Flagge ist gehisst

Meine Flotte sticht in See

 

Kaum mehr als ‘Hic Draconis’

Steht auf uns’ren Karten

Kein Stern leuchtet uns den Weg

 

Wir sind Piraten

Kein Sinn und kein Verstand

Und ich der Kapitän

 

Wir plündern Eure Seelen

Und unsere Schiffe heißen

Glaube, Liebe, Hoffnung

 

Schön, wenn es so wäre.

Diese etwas Niedlichkeit entstand vor über acht Jahren, verzeiht mir also diesen Anfall von Romantik. Ich war jung und brauchte kein Geld. Nur Luft und Liebe.;-)


Findling aus dem Netz

Poetry Slams finde ich ja ein bisschen gruselig. Ich habe den dunklen Verdacht, dass dort hauptsächlich Entertainer Erfolg haben, während schüchterne Poeten nur milde belächelt werden. Aber neulich habe ich etwas für uns licht- und menschenscheues, hoffnungslos altmodisches Lyrikervolk gefunden:

Einen Poetry Slam ohne Publikum! Online, digital, modern.* Man bekomt jede Woche einen Haufen Wörter zum Spielen, aus denen man zwanzig aussuchen darf. Sonst gibt es keine Regeln. Und die bisherigen Sieger lesen sich teilweise sehr hübsch. Leider kann ich mit den Worten diese Woche nicht allzuviel anfangen… Aber vielleicht Ihr? Dann nichts wie los!

*Weil digital einfach besser ist:

Was mich gerade übriges total freut: Zum ersten Mal liegt meine Katze auf meinem Schoß und schläft selig! Ich habe sie vor zwei Jahren aus dem Tierheim geholt, aber bisher hat sie Körperkontakt auf Sich-streicheln-lassen und Mit-Händen-spielen beschränkt. :-)


Jahreszeiten IV

IVa

Ich schiebe meine Füße

durch raschelndes Laub

Jeder Schritt bedeutet Mühsal

Gedachte Ketten halten mich

  
Mein zaghaftes Herz

ist an den Sommer gefesselt

Ich stecke fest, und der Novemberregen

prasselt teilnahmslos auf mich herab

  

  

 

IVb

Der Himmel hängt tief

Er liegt, von nassen Wolken schwer

auf Deinen müd’ gekrümmten Schultern

Der Sturm presst Dich in’s Haus zurück.

Dann bleib halt drinnen. Es ist ohnehin

Zeit für Deine nächste Reise

Also rüste das Kissenboot

und hiss’ die papiernen Segel!

Das Wetter meint es gut mit Dir

Es schickt Dich heim zu Büchern

und hinaus in fremde Welten


Kranich des Grauens

Man sieht es diesem Bild vielleicht nicht an, aber der Rücken des Vogels hat mich sage und schreibe zwei Jahre lang beschäftigt. Und weil dieser Vogel sich so ewig geziert hat, darf er jetzt auch den Header dieses Blogs zieren. (Schwarzer Kugelschreiber, Bleistift, Buntstift-Reste, Textilerfrischer auf Papier.)


Angst

 

Mein warmer Mantel legt sich schwer

Um Deine nackten Schultern

Ich werde Dich beschützen

Vor spitzen Zungen und harten Händen

Vor Feuer und vor Wasser

Vor Liebe und vor Hass

 
 

Ich mahne Dich zur Vorsicht

Wenn Du ganz närrisch bist vor Freude

Ich schütze Dich vor Dir selbst.

Ich halte Dein zartes Herz

In meinen starken Händen

Du kannst es nicht befreien


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